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Eine Bezirksbehördenkonferenz fernab vom Holzweg

«Die KMUs sind die Stützen der Wirtschaft, da sie als Zudiener für grosse Unternehmen wichtig sind und jene Grossunternehmen sonst den Standort Winterthur verlassen – wie im aktuellen Fall von Zimmer», erklärte Peter Uhlmann, langjähriger Organisator der Bezirksbehördenkonferenz, den versammelten Behördenmitgliedern.

Darum müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Kanton Zürich korrigiert und angepasst werden. «Holz ist heimelig», fuhr er fort und stellte die beiden Gastgeber dieses abendlichen Anlasses vor: Marco Fehr und Andreas Frieden sind die Inhaber der «Zehnder Holz und Bau AG» an der Rümikerstrasse in Winterthur-Hegi. Die zwei bodenständigen Bauernsöhne absolvierten beide eine Zimmermannslehre sowie die Technikerschule in Biel bevor sie nun siebzig Mitarbeiter – davon fünfzehn Lehrlinge – in ihrem KMU beschäftigen. Der Betrieb widmet sich sowohl Grossprojekten als auch Kleinaufträgen von Privatkunden, wobei die Belegschaft alles rund um das Thema Holz anfertigt und man dank des aktuellen Nachhaltigkeitsgedankens auch in Zukunft von einer Wachstumsbranche ausgehen darf.

Während der anschliessenden Führung durch die Werkshallen stieg einem zuallererst der vertraute Duft von unbehandeltem Holz in die Nase. In diesen Bereichen werden Wand-, Boden- und Deckenelemente gefertigt und es wird mit Hilfe von moderner Technik penibel darauf geachtet, dass die Luftfeuchtigkeit nicht unter 45 Prozent fällt, damit die Qualität des Rohmaterials und der daraus entstehenden Holzprodukte garantiert werden kann. Obschon die Feuchtigkeit des Holzes vor allem im Winter mit beachtlichem Wassereinsatz aufrechterhalten wird, darf die regennasse Kleidung der Mitarbeiter am nächsten Arbeitstag nicht mehr feucht sein. Dafür sorgt ein durchdachtes Lüftungs- und Trocknungssystem, das jeden einzelnen Spint in der grosszügigen Mitarbeitergarderobe im ersten Stock mühelos erreicht. Diese Garderobe und der grosse, helle Aufenthaltsraum mit Küche, Terrasse und Grill im zweiten Stock sind ein essenzieller Bestandteil des sozialen Aspekts, der heutzutage um einiges mehr Raum einnimmt als früher.

Nach dieser eindrücklichen Führung verwöhnten die beiden Jungunternehmer Sabrina Stutz und Gabriel Heintjes die anwesenden Amtsträger mit feinen Crêpes, wobei mehrere salzige und süsse Varianten zur Auswahl standen. Der liebevoll gestaltete Markstand «Hüttäzauber», den sie innerhalb der Werkshalle aufstellten, trug massgeblich zum schönen Ambiente bei. Auf das Essen folgte mit der Rede von Natalie Rickli der politische Teil des Abends. Sie prangerte die explodierenden Gesundheitskosten an und betonte zugleich, dass teure Behandlungen die Lebensqualität von Patienten erheblich verbessern können. «Jeder möchte sparen, aber nicht bei sich selbst», sagte sie treffend und plädierte für mehr Eigenverantwortung. Ähnliche Sparvorschläge äusserte der nachfolgende Redner Martin Hübscher, der feststellte, dass immer mehr finanzielle Mittel für unser Bildungssystem nicht zwingend zu besseren schulischen Leistungen führen; ein erschreckender Teil der Schülerschaft kann nicht richtig lesen und schreiben. Einige politische Baustellen sind offensichtlich noch auf dem Holzweg, aber diese Bezirksbehördenkonferenz war so abwechslungs- und lehrreich wie in den vorangegangenen Jahren.

Kevin Kübler
Redaktor SVP Bezirksvorstand Winterthur

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